Zwei Seiten einer Naumburg Reise

Zwei Seiten einer Naumburg Reise

 Die Sonne schien, als wir ankamen und im dem Namen nach fürstlichen Hof in Naumburg an der Saale unsere Räumlichkeiten bezogen. Ein erstes Kennenlernen der Stadt mit einer Führung durch den Dom übererfüllte alle unsere Erwartungen. Die Altstadt – einfach herrlich mit ihren kleinen Gassen, den vielen Geschäften und Restaurants ! Wir haben uns wirklich in dieser Umgebung wohl gefühlt. Natürlich war es auf den Tourismus – auf die in Scharen anwesenden Touris – ausgerichtet. Aber warum denn nicht ? Man wurde von allen Einheimischen dort als Tourist „gebauchpinselt“ – das erwartet doch aber auch der Tourist in dem jeweilig besuchten Gefilde !

Dann der Dom : Überwältigend in seiner Größe, sehr gut restauriert und in allen Bereichen sehens- und besuchenswert ! Die Führung durch eine sachkundige Dame erweiterte unser geringes Wissen zum frühen Mittelalter, den damaligen Gebräuchen, der damaligen Kirchenarchitektur und der Funktion der einzelnen Räumlichkeiten nebst Nebenbauten eines solch gewaltigen Komplexes entschieden. Wer sich damit noch nicht beschäftigt hatte – so wie ich – der wurde urplötzlich mit vielen Fakten und Hinweisen zu Besonderheiten der damaligen und heutigen Zeit in puncto Kirchenarchitektur und -nutzung überschüttet, die das eigene Gesichtsfeld und Verständnis für diese Dinge bedeutend vergrößerten.

…. und dann kam der Abend im gebuchten Hotel   – irgendwie haben wir uns in ein FDGB-Ferienheim der 80-er Jahre zurückversetzt gefühlt (und nicht nur wir – alle anwesenden Gäste aus einer Reisegruppe mit älteren Hotelgästen) :

  • chaotische Bedienung und Servieren von Gerichten bei fehlendem Besteck
  • Getränke selbst an der Theke holen
  • Steak bestellt – eine angebrannte Scheibe (scheinbar vom Grill) Schweinefleisch bekommen
  • Bezahlen bzw. auf die Zimmerrechnung schreiben nach ca. 45 Minuten Wartezeit möglich

Im Ferienheim damals hatte man es mangels anderer Alternativen und da man es stellenweise nur so kannte, stillschweigend ertragen. In der jetzigen Zeit führt das aber dazu, daß man diese Einrichtung in Zukunft meiden wird. Wir fingen damit schon am nächsten Tag an : Trotz gebuchtem 4-Gänge Menü – wir wollten uns halt nicht mehr ärgern – bevorzugten wir am nächsten Abend den „Ratskeller“ im Zentrum von Naumburg – und wir wurden nicht enttäuscht ! Super Essen mit super Bedienung im super Ambiente ! – das ist der kurz zusammengefaßte Eindruck zu diesem Restaurant !

Der zweite Tag unseres Aufenthaltes in dieser Gegend sah uns in Apolda. Wir hatten zwei Ziele in dieser alten Thüringer Stadt : das „Glockenmuseum“ und ein dort befindliches Museum „Olle DDR„. Beides lohnenswerte Einrichtungen. Ich weiß jetzt wie Glocken gefertigt werden – im Mittelalter und heute – und habe mich in meine Schul- und Jugendzeit in der DDR zurückversetzt gefühlt, als ich durch das DDR-Museum mit den vielen Ausstellungstücken wanderte. Diese zwei Plätze lohnen sich auf jeden Fall zu besuchen – das ist unsere Einschätzung !

Das Fazit dieser drei Tage in Thüringen : Ich würde wieder nach Naumburg fahren ! Es gibt dort sehenswerte touristische Ziele – in dieser Beziehung werden auch gehobene Ansprüche befriedigt ! Bei der Wahl seiner Unterkunft – sprich Hotel – sollte man dann doch etwas vorsichtig und wählerischer sein, als wir es im Vorfeld waren ! Nicht jeder hochtrabende Name erfüllt dann auch die Vorstellungen, die der Einzelne von Service und Gastlichkeit so hat !


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