Herman Hollerith, wenn man so will, war es vergönnt, den mechanischen Rechenmaschinen den Durchbruch zu verschaffen. Er baute für die im Jahre 1890 in den USA anberaumte Volkszählung eine sogenannte Tabelliermaschine, die über Lochkarten eine Auswertung des Zahlenmaterials gestattete.
Als Information am Rande : Hollerith gründete zur Vermarktung dieser Erfindung eine Firma - die "Tabulating Machine Company". Im Laufe der Jahre wechselte diese Firma etliche Male Besitzer und Namen. Zum letzten Wechsel kam es 1924 und seit diesem Zeitpunkt nennt sie sich "International Business Machines Corporation" - kurz "IBM".
Nun setzte eine Entwicklung ein, die letztendlich in die Schaffung von leistungsstarken Großrechnern und Computeranlagen mündetete. Der Differential-Analysator von Vannevar Bush eröffnete die Ära des modernen Computerzeitalters. Seine Maschine war als erste in der Lage, komplizierte Differentialgleichungen zu lösen. Eine grundlegende Schwäche des Gerätes bestand aber noch darin, daß es ein analoges Gerät war. Das heißt, die Maschine maß Entfernungen und Bewegungen der mechanischen Bauteile und führte ihre Berechnungen anhand dieser Messungen durch.
Die erfolgreiche Entwicklung in diesen Jahren war auch dadurch möglich, weil einige grundlegende mathematische und denkerische Voraussetzungen geschaffen worden waren. Die weitere Entwicklung wurde maßgeblich durch zwei Dinge bestimmt : Schaffung der Verbindung zwischen symbolischer Logik und elektrischen Schaltungen in einer Arbeit von Claude Shannon im Jahre 1936 und ebenfalls in diesem Jahr die Abhandlung von Alan Turing "On computable numbers" über die Beschreibung von Problemen der mathematischen Logik, für die es theoretisch keine Lösungsmöglichkeiten gibt. Bei dem Versuch, eine solche Beschreibung zu formulieren, führte Turing einen höchst effizienten imaginären Apparat ein, der so ziemlich alle Charakteristika eines modernen Computers vorwegnahm.